amerikanische Dauerinfusorien


sind ideales Startfutter für frisch geschlüpfte Jungfische.
Die Dauerinfusorien sind etwas größer, als die Heuansatz-Infusorien und mit dem bloßen Auge gerade noch erkennbar (wie kleine Staubkörner, die sich im Wasser bewegen). Das Besondere an ihnen ist, dass sie sich von einem Milchpilz ernähren, der im Ansatz enthalten sein muss. Dieser Milchpilz wird mit wenigen Tropfen Kondensmilch gefüttert (weniger ist mehr!). Der Ansatz braucht zur Vermehrung einen warmen Ort.
Werden zeitweise keine Dauerinfusorien benötigt, stellt man den Ansatz kühl und dunkel und stellt die Fütterung ein. 1-2 Tage bevor wieder Infusorien benötigt werden, gibt man wieder 1-2 Tropfen in den Ansatz.


Ein pflegeleichtes Futter, vorallem wenn unerwartet Fischnachwuchs ins Haus steht.


Dauerinfusorien :  Ansetzen und Vermehren


 Was man braucht:

- 1 Ansatz amerikan. Dauerinfusorien
- 1 leeres, sauberes Gefäß
- Wasser
- etwas Kondensmilch (zur Fütterung)

1. Schritt

 

Nun das Gefäß ca. 3/4 mit Leitungswasser füllen. Es bietet sich an ein Gefäß mit Deckel zu verwenden. In den Deckel bohrt man ein paar kleine Löcher. So kann die Kultur abgedeckt werden und die Infusorien erhalten noch genug Luft zum Überleben.

 2. Schritt

 

Nun wird der neue Ansatz angeimpft. Das heißt, man gibt etwas von der laufenden Kultur in die neue.
Am Boden kann man sehr gut den benötigten Milchpilz erkennen. Die Farbe kann zwischen weiß, grün und gelblich varieren. Wichtig ist, dass etwas von diesem Milchpilz in den neuen Ansatz gelangt. Denn von diesem Milchpilz leben unsere Infusorien

 

Tipp: alten Ansatz verschließen (Daumen/Deckel), schütteln und dann etwas in den neuen geben.

So bekommt man garantiert etwas vom Milchpilz in den neuen Ansatz.

3. Schritt

 

Die Kultur ist nun angeimpft und sollte mit etwas Kondensmilch angefüttert werden.

Bei einer frischen Kultur nur sehr wenig füttern, da noch nicht genügend "Abnehmer" vorhanden sind und die Kultur durch zu viel Milch kippen könnte. Meine Empfehlung: Das Ende eines Teelöffels wenige Zentimeter in die Kondensmilch tauchen und danach in den Ansatz tunken. 

 

Die alte Kultur wird mit Wasser aufgefüllt, quasi "gestreckt" und sollte auch nochmal gefüttert werden. So hat man schon zwei Kulturen aus denen man später verfüttern kann.

 

Nach zwei bis drei Tagen sollte die Trübung des Wasser zurück gegangen sein. Dann ist es Zeit erneut zu füttern.

 

Am Anfang sollte man lieber kleinere Portionen und dafür öfters füttern. Eine zarte Trübung ist dann vollkommen ausreichend.

 

Eine gut laufende Kultur füttere ich ca. alle fünf bis sieben Tagen.


Dauerinfusorien :  Verfüttern


Die Entnahme gestaltet sich denkbar einfach.

Erfahrungsgemäß tummeln sich die Infusorien meistens an der Wasseroberfläche. Hier entnimmt man einfach etwas Wasser mit einer Spritze oder Pipette und gibt das Wasser mit den Infusorien ins Aquariumwasser. Die Infusorien müssen nicht gereinigt werden. Sollen Jungfische gefüttert werden, sollte man versuchen die Infusorien in "Maulnähe" zu plazieren.

 

Tipp: Sollten die Infusorien ausnahmsweise einmal nicht in gewünschter Anzahl an der Wasseroberfläche schwimmen, kann man sich eines einfachen Tricks bedienen. Man stellt die Kultur unter eine Lichtquelle und wartet ein wenig. Vom Licht angezogen wuseln nach wenigen Minuten die meistens Infusorien an der Wasseroberfläche.


Wie groß sind amerikanische Dauerinfusorien?


immer wieder werde ich gefragt, wie groß denn "groß" bzw. wie klein denn "klein" wäre. Ich weiß, dass viele Leser das erste Mal in die Thematik Lebendfutter einsteigen und sich mit den Größenverhältnissen schwer tun.

 

Leider habe ich für euch keine genauen mm-Angaben oder Mikroskopaufnahmen. Ich bin aber der Überzeugung, dass euch diese Bilder auch schon eine ungefähre Ahnung von den Größenverhältnissen geben. 

 

Ich bezeichne die Infus gerne mal als "sich bewegende Staubkörnchen".

 

Eine typische Unterhaltung beim Betrachten der Kulturen verläuft wie folgt:

 

Besucher (Nicht-Aquarianer): "Wie da ist doch gar nichts drin, außer Wasser!"

Ich: "Doch du musst nur sehr genau hinsehen."

B: "Ich seh nichts."

I: "Siehst du die Trübung im Wasser? Diesen weißen Nebel?"

B: "Ja, den sehe ich. Aber ich sehe keine Tierchen"

I: "Dieser Nebel sind die Infusorien. Die sind so klein wie Staubkörnchen und jetzt schau nochmal genauer hin."

 

---> und dann kommt der spannende Moment. *tusch* Entweder sie werden dann tatsächlich gesehen oder derjenige muss zum Optiker XD


Das Bild ist hier vergrößert dargestellt, damit man überhaupt was erkennt :-) links ist eine 2-Cent-Münze, die weißen Pünktchen sind die Infusorien. Aufgrund der etwas langsamen Verschlusszeit wirken die Infus eher länglich. Das liegt aber daran, dass die einfach nicht still halten ^^. So und jetzt stellt euch die 2-Cent-Münze in Original Größe vor und schon wisst ihr, wie wahnsinnig klein die Infus sind.

Hier seht ihr die Dauerinfusorien (kleine schwarze Punkte) unterm Mikroskop.

 

Vielen lieben Dank an Thomas Klappich für die Aufnahmen.


Häufig gestellte Fragen


Frage Antwort
Wie oft muss ich die Infusorien füttern?

Frühestens, wenn das Kulturwasser wieder klar ist.

Spätestens, wenn die Anzahl der Infusorien abnimmt.

 Wann verfüttere ich die Infusorien?

Die Infusorien kann man praktisch immer verfüttern.

Bei Jungfischen oder empfindlichen Arten würde ich aber warten,

bis das Wasser wieder klar ist (die Milch vom Milchpilz aufgenommen wurde).

So vermeidet man, dass die Milch mit ins Wasser kommt und die Parameter negativ beeinflusst.

 

Ich habe keine Kondensmilch im Haus. Geht auch normale Milch?

Ja, das funktioniert. Im Notfall geht auch verdünnte Sahne. Die Kondesmilch ist etwas gehaltvoller (Fett/Zucker) und pusht die Kultur gerade am Anfang sehr gut. 

 

Was ist das für eine Haut auf der Kultur und ist das gefährlich? Muss ich die Haut komplett entfernen.

Diese Haut entwickelt sich mit der Zeit und ist nicht giftig u.ä. 

Sie muss nicht aus der Kultur entfernt werden.

Einfach die Kultur etwas schwenken oder umrühren, damit die Haut einreißt und zu Boden sinkt.

So kann der Luftaustausch wieder stattfinden.

 

Wie lange hält so eine Kultur und wie setzte ich eine neue an?

Eine bestimmten Zeitraum gibt es nicht. Es kommt auf viele Faktoren wie Gefäßgröße, Standort, Entnahme etc. an. Es gibt aber ein paar Indizien.

Bemerkt man eine verminderte Vermehrungsrate oder einen zunehmenden Geruch, dann hilft ein Wasserwechsel. Man schüttet 50% der Kultur weg und fühlt mit frischem Wasser auf. 

Eine neue Kultur setzt man wie oben beschrieben an. Ihr braucht dann keinen "fremden" Kulturansatz sondern nehmt einfach von eurer eigenen Kultur.

 

Meine Kultur läuft nicht an. Was mache ich falsch?

Prüfe, ob die Kultur warm genug steht (Raumtemperatur) und ob sie genug Luft bekommt. Ein Wasserwechsel bewirkt manchmal wahre Wunder. 

Aquarianer haben mir auch berichtet, dass es mit sehr kalkhaltigen Wasser Probleme gab und es erst bei Verschnitt mit Osmose/Dest.-Wasser geklappt hat.

 

Wo stelle ich die Kultur am Besten hin? Kann ich auch den Aquarienunterschrank dafür nutzen?

Jein. Wenn der Unterschrank genügend durchlüftet und nicht überhitzt (z.B. durch Abwärme der Technik). Dann ist das möglich.

Der Platz für die Kulturen sollte nicht zu kalt und zugig sein. Je kälter die Kulturen stehen, desto langsamer ist die Vermehrung. Je wärmer, desto stärker ist die Vermehrung, aber auch die Gefahr, dass die Kultur kippt. Direktes Sonnenlicht vermeiden.

 

Ist es schlimm, wenn etwas vom Milchpilz ins Aquarium geraten ist? Ich konnte bis jetzt keine negativen Auswirkungen beobachten. Allerdings fehlt mir hier die Erfahrung bei sterilen (Auf-)Zuchtbecken
Wie erkenne ich, ob ich die Kultur überfüttert habe?

Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gefühl für die Menge. Eine direkte Überfütterung bemerkt man an einer sehr starken weißlichen Trübung. Also wenn aus Versehen zu viel Milch rein geschüttet wurde.

Manchmal kommt es auch trotz leichter Trübung zu einer Überfütterung. Gerade am Anfang, wenn die Kultur noch nicht so stabil ist. Nach ein paar Tagen riecht die Kultur ganz fürchterlich. Oft ist sie in diesem Zustand kaum noch zu retten.

Hilfe! Ich habe meine Kultur überfüttert. Was mache ich jetzt? Mit der FütternZeit bekommt man ein gutes Gefühl für die Menge. Gerät doch einmal zu viel Milch in die Kultur hilft nur ein direktes Teilen oder ein kräftiger Wasserwechsel. Man teilt oder wechselt das Wasser so oft, bis man nur noch eine leichte Trübung der Kultur erkennen kann. Danach die Kultur erst einmal in Ruhe lassen und erst wieder Füttern, bis das Wasser ganz klar ist.