200 Liter - do it yourself-Becken

Steckbrief

Größe: 100 x 40 x 50 cm

Aquarienart: Rechteck

 

derzeitiger Besatz:

  • 10 Corydoras sp. green stripe (CW009)

  • 15 Keilfleckbärblinge (Trigonostigma heteromorpha)

  • 10 Neontetra Paracheirodon innesi

  • 15 Otothyropsis piribebuy alias Otocinclus negros sp. "Paraguay" (KBO)

  • 5 Ohrgitterharnischwels, Otocinclus affinis (bekommen hier in Gnadenbrot)
  • 3 Schmetterlingsbuntbarsch, Mikrogeophagus ramirez (1M/2W)

  • ein paar Guppys und Platys 

Mein momentan am längsten laufendes Becken. Sehr stolz bin ich auf den selbst gebauten Unterschrank. Aber dazu lest selbst.

 


Die Entstehung des Beckens

Weihnachten 2009, das Wohnzimmer wurde renoviert und das alte 112Liter-Becken musste ausziehen. Dennoch wollten wir langfristig nicht auf unseren "zweiten Fernseher" verzichten. Da wurde auch gleich die Chance auf ein größeres Becken genutzt.

Jetzt sollte das Becken natürlich auch zum frisch renoviertem Wohnzimmer passen. Allerdings war es schwierig DEN Farbton als Aquarienkombination zu finden. Daher haben mein Vater und ich beschlossen den Unterschrank selber zubauen und die Abdeckung auch noch farblich anzupassen.

 

Es ist nicht alles perfekt geworden und einige Dinge würde ich heute anders machen, ABER das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Ich glaube man merkt mir an, wie viel Herzblut in diesem Becken steckt. Viel Spaß mit dem Bericht!

 

Sorry für die Bildqualität, Fotos sind eben schon etwas älter :-) 


Am Anfang stand die Idee und dann kam der Plan:

nach einer bescheidenen Skizze von mir, hat mein Paps diese cad-Zeichnung angefertigt.

Ich wollte nicht einfach einen schnöden Holzkasten und habe deshalb links und rechts Geländerrohe und -aufnahmen verbauen wollen.

Die Aufteilung des Schrankes war für mich: rechts = Filter, links = Futter und Zubehör.

Die Rückwand wurde ganz einfach gehalten: Sie ist niedriger als die Türen vorne, so dass ich keine Löcher für die Schläuche vom Außenfilter ausmessen oder positionieren muss. Durch diese Bauweise habe ich den größtmöglichen Freiraum an Kabelführung etc.


22.12.2009 - Beginn des Projektes

 

Zur Verfügung stand gebrauchtes ein 1m-Becken in Eiche rustikal. Da hieß es: was nicht passt, wird passend gemacht.

 

Also ran an die nußbraune Folie, ihr seht hier die weiße Unterseite davon und die Abdeckung bekleben.

 

Anfangs hatte ich etwas Angst, dass sich die Folie aufgrund der Feuchtigkeit lösen könnte. Diese Angst hat sich auch nach Jahren nicht bewahrheitet.

 

Farbvergleich

 

unten: eiche rustikal

oben: nuß

 

 


Sorgenkind: Elektrik

 

Augen auf beim Aquarienkauf! Bitte macht so einen Quatsch wie hier "gebastelt" niemals(!) nach. Mir ist ganz schön die Kinnlade heruntergefallen, als ich das Werk gesehen hatte. 

 

Die Kontakte waren durch die Kontakte so verrostet, dass sie nicht mehr aus den Klemmen zu lösen waren. Nicht auszudenken, wenn dieses Gefrimel (= saarl. für unprofessionelle Problemlösungen Marke Eigenbau) mal Kontakt mit Wasser bekommen hätte.

 

 

Ich habe es repariert, aber nur, weil ich es mir aufgrund der Löt-/Technikerfahrungen aus dem Amateurfunk zugetraut habe.

 

Allen anderen Laien kann ich nur raten, die Finger von sowas zu lassen!

 

P.S. Das Teuerste bei einem Aquarium ist immer die Beleuchtung. Also bei gebrauchten Becken ganz besonders auf eine funktionierende Beleuchtung achten.                                                                                                              Glasbecken und Zubehör bekommt ihr günstig.

 


Bearbeiten der Holzplatten:

 

1. Beizen

 

Tja, da echtes Nußholz zu teuer war für mein damaliges Schülerbudget hieß es: Holzbearbeiten. In diesem Falle habe ich mich für das Beizen entschieden. Zum Einen, weil es die Maserung des Holzes sehr schön zur Geltung bringt und zweitens weil ich Farbtöne leichter mischen konnte.

 

Beizen ist ganz einfach:

 

1. sorgfältig schleifen 

2. lauwarm anfeuchten + 5 Std. trocknen 

3. nochmal schleifen 

4. erster Anstrich mit der Maserung 

5. Verstreichen der Farbe gegen die Maserung + Trocknen 

 

2. Lackieren

 

Bei der Lackierung habe ich mich für Bootslack entschieden. Okay...vielleicht ist es ein bisschen mit Kanonen auf Spatzen schießen. Allerdings war ich bei diesem Schrank immer die Ruhe selbst, wenn beim Wasserwechsel mal etwas daneben gegangen war :-)

 

Keine Angst, ich habe nicht den Küchenboden mit lackiert. Unter den Platten ist eine große durchsichtige Folie.

 

3. Bohren, Hämmern, Schrauben ....Ups

 

Jetzt ging es ans Eingemachte. Zusammen mit meinem Vater ging es dann ans Aufbauen.

 

Zuerst haben wir die Dübelbohrungen gemacht, danach ging es an die Aufnahmen für den Zwischenboden und die Schaniere für die Türen. Auch wurden schon mal die Positionen für die Geländeraufnahmebuchsen (was für ein Wort) angerissen.

 

Da ist uns noch ein kleines Malheur passier :-) zuerst war ich ganz verzweifelt und dachte schon, ich müsste wieder zwei Platten neu beizen, lackieren etc. Ich habe mich innerlich schon streichen gesehen. Bis wir auf die "glorreichen" Idee gekommen sind, die Türen einfach umzudrehen. Ist ja eh innen, sieht ja keiner. Also pssssst... nicht weiter sagen.

4. Bohren, Hämmern, Schrauben - die Zweite ...schauen ob es passt

 

Jetzt hieß es Zusammenbauen und schauen, ob alles passt.

Zuerst kam die Zwischenwand und eine Außenwand dran. Einmal kurz den "Deckel drauf legen um zu gucken ob es passt. Hat gepasst, dann die Rohre mit den Aufnahmen anbringen und zum Schluss die Türen und den Zwischenboden. Sieht doch schon ganz gut aus, oder? 

5. Fertig

 

Der letzte "Handschlag", das Anbringen der Türgriffe ist erledigt.

 

Fertig ist der Schrank und wir ein bisschen auch ;-P

6. Aufstellen des Beckens

 

Das Becken passt akkurat zur restlichen Einrichtung, der Filter ist gut unter und die erste Bepflanzung und Deko hat Ihren Weg ins Becken gefunden.

 

Doch sooo leicht sollte es nicht werden. Trotz vorheriger Dichtigkeitsprüfung, tropfte es nach ein paar Minuten aus dem Becken heraus.

Ich konntes es erst nicht glauben und hoffe noch irgendwie auf Kondenswasser. Aber der Verdacht erhärtete sich: das Becken war undicht geworden.

 

Ich hab geheult, ich hab geflucht und es hat nichts genützt. Jetzt hieß es, schnell handeln und das gesamte Wasser wieder ablassen. Den kompletten Sand wieder entfernen, der vorher bereits gründlich gewaschen wurde....

 

Wahrscheinlich hatten wir das Becken beim Aufstellen beschädigt. Eine Ecke war "angedatscht" und einige Glassplitter steckten im Silikon.

 

Auch hier entschied ich mich wieder für die Repartur-Variante. Die Stelle habe ich gründlich getrocknet und einen Teil des Silikons um die betroffene Ecke entfernen. Dann mit Aquariensilikon wieder aufgefüllt, verstrichen und bis zum nächsten Tag trocknen lassen.

 

Tja und dann, ihr könnt es euch vorstellen, wieder das ganze Prozedere von vorne.

 

Ich war noch nie so glücklich, als ein Becken endlich stand. Okay, ich habe zwar noch wochenspäter immer wieder überprüft, ob es nicht doch tropft. Aber die Reparatur hält bis heute (2017).

7. Einrichten

 

 

Nachdem etwas holprigen Start ging es an den für mich schönsten Teil: das Einrichten. Pflanzen brauchte ich groß keine kaufen. Mein damaliges 60er-Becken lieferte genug Rückschnitt. Hier für euch die ersten Bilder:

Der erste Besatz sah wie folgt aus:

 

15x  Neons (Paracheirodon axelrodi)

1x Pärchen Schmetterlingsbuntbarsche (Mikrogeophagus ramirezi)

1x Pärchen Apistogramme viejita gold' (so damals vom Züchter gekauft, könnten auch macmasteri gewesen sein,

                                                                                 zogen später wegen ins 60er um.


Besatz und das Becken im Wandel:

 

Hier ein paar Impressionen aus vergangenen Tagen


17.10.2017 - Update

 

Besatz: - 10 Keilfleckbärblinge (Trigonostigma heteromorpha)

                 - 10 Neontetra Paracheirodon innesi

                 - 5 Ohrgitterharnischwelse (Otocinclus)

                  - einige Guppys und Platys 


02.11.2017 - neue Becken braucht das Land

 

Das damalige Glasbecken habe ich gebraucht gekauft und nun nach 8 Jahren bei mir, zeigten sich an den Silikonnähten Ermüdigungserscheinungen. Bevor 200 Liter Wasser das Wohnzimmer fluten konnten, beschloss ich das Glasbecken zu tauschen.

 

Zuerst kamen Deko und Pflanzen raus. Danach  habe ich einen Teil des Wassers entfernt. So war es dann ein leichtes die Fische schnell zu fangen und in den vorbereiteten Behälter zwischen zu hältern.

 

Danach durfte ich 50 kg Sand aus dem Becken entfernen. Hier bewert sich immer wieder ein Kehrblech aus Plastik mit Gummilippe. :-)

Neues Glasbecken mit Rückwand beklebt und neuer Matte.

 

 

 

 Noch etwas trüb, aber die Fische fühlen sich schon wohl. 


05.11.2017 

 

Die Trübung hat sich gelegt und die Fische strahlen in den schönsten Farben. Es sind zwar weniger Pflanzen als vor der Umsetzung, aber das wird sich im Laufe der Zeit ändern. Ich freue mich auf den Neuanfang. 

Am 12.11.2017 ist Verbandsbörse und da werde ich wohl einige Fische zum Aufstocken des Besatzes finden. Ich hoffe ja auf tolle Panzerwelse :-)


12.11.2017 - Aufstocken des Besatzes

Auf der Verbandsbörse des ATSLL e.V. bin ich heute zum Leidwesens meines Geldbeutel fündig geworden.

 

Eingezogen sind heute:

 

- 10 Corydoras sp. green stripe (CW009)

- 5 Keilfleckbärblinge (Trigonostigma heteromorpha)

- 12 Otothyropsis piribebuy

        alias Otocinclus negros sp. "Paraguay"

- 3 Schmetterlingsbuntbarsch, Mikrogeophagus ramirez (1M/2W)

 

 

Damit ist das Becken nun voll :-) Ein neues Foto gibt es auch nochmal. Man sieht deutlich wie schnell die Pflanzen gewachsen sind und wie toll es sich entwickelt hat! Jetzt darf es noch ein bisschen mehr zukrauten.